Ernst ruft zur Wahl

Von der Industrie zum Gewerbe

Im Frühjahr wechselt die Fachvertretung Film- und Musik in der Wirtschaftskammer Wien von der Sparte Industrie zur Sparte Handwerk und Gewerbe. Der Vorsitzende der Fachvertretung Burkhard Ernst zieht im Film, Sound & Media-Interview eine Bilanz der bisherigen Arbeit und ruft seine Mitglieder zur regen Wahlbeteiligung bei der WK-Wahl im Februar auf.

Was bedeutet der Wechsel der Fachvertretung Film und Musik in der Wirtschaftskammer Wien?

BURKHARD ERNST: Die Mitglieder der Film- und Musikbranche sind mehrheitlich EPUs, wie sie in der Sparte Handwerk und Gewerbe häufig vorkommen. Der Wechsel bedeutet auch, dass Film und Musik künftig nicht mehr mit vier Delegierten vertreten sind, sondern mit neun. Das gibt uns natürlich mehr Möglichkeiten, und wir können Ideen entsprechend umsetzen.

Wenn Sie ein Resümee der vergangenen Arbeitsperiode ziehen: Was waren hier die Highlights?

ERNST: Um die Anliegen der Film- und Musikbranche zu unterstützen, haben wir 2013 ein umfangreiches Arbeitsprogramm erarbeitet. Wir wollen unter anderem mehr und leistbare Film- und Musikstudios, mehr Unterstützung für Innovationen, einen eigenen Medienbeauftragten in der Stadt, eine effizientere Musikförderung und die Einführung der Festplattenabgabe. Hier haben wir bereits gute Gespräche mit den zuständigen Stellen geführt. Die von uns mitgegründete und mitentwickelte Vienna Film Commission hat darüber hinaus erreicht, dass Filmproduktionen leichter umgesetzt werden können. Außerdem haben wir mit regelmäßigen Veranstaltungen zu Themen wie Urheber-, Arbeitsrecht, Koproduktionen usw. in den vergangenen Jahren tausende Mitglieder mit wichtigen Informationen versorgt, die sie für ihren Arbeitsalltag brauchen.

Die Wirtschaftskammer-Wahl steht unmittelbar bevor – Ihre Einschätzung?

ERNST: Ich will an dieser Stelle natürlich keine Wahlempfehlung abgeben, aber an unsere Mitglieder sehr wohl appellieren, von ihrem demokratischen Wahlrecht entsprechend Gebrauch zu machen. Mittels Wahlkarten geht das auch sehr bequem und ich denke, dass die Kammer-Wahl am 23., 24. und 25. Februar für jedes einzelne Fachgruppen-Mitglied ein Pflichttermin sein sollte.

Wie schätzen Sie die allgemeine Situation für die Branche Anfang diesen Jahres ein?

ERNST: Ich will hier speziell auf die Situation rund um den ORF eingehen. Mit dem Songcontest hat der ORF ein sehr hoch budgetiertes Event vor sich, das der Stadt Wien und dem ORF selbst wahrscheinlich viel bringt, warum aber wieder ausgerechnet Mittel aus dem Topf der Filmbranche dafür verwendet werden, ist für mich als Fachverbands-Vorsitzender nicht nachvollziehbar und nur ärgerlich. Einmal ist es die Finanzkrise, dann die blockierten Refundierungsgelder, jetzt der Songcontest. Damit tut man der Filmbranche sicher keinen Gefallen und das hat sie sich wahrlich auch nicht verdient. Die internationalen und immer öfter auch nationalen Erfolge sollten eigentlich dazu führen, hier ein entsprechendes Biotop zu bieten, wovon alle Beteiligten profitieren können.