Kulturpolitik: Wien trotzt Krise

Mailath-Pokorny: “250 Millionen Euro für Kultur und Wissenschaft”

Wr. Rechnungsabschluss 2014: Förderung trotz Finanzkrise auf hohem Niveau

“Ich freue mich, in einer Stadt leben und arbeiten zu dürfen, die nicht nur in Wirtschaft, Bildung, Gesundheit und Soziales investiert, sondern die auch Kunst und Kultur als wesentliches Element der Lebensqualität Wiens anerkennt und trotz anhaltender weltweiter Finanzkrise weiterhin auf hohem Niveau fördert”, erklärte Kultur- und Wissenschaftsstadtrat Andreas Mailath-Pokorny Ende Juni, bei der Rechnungsabschlussdebatte im Wiener Gemeinderat. Der Rechnungsabschluss 2014 für Kultur und Wissenschaft weist mit 249,439.826 Millionen Euro einen Mehrverbrauch von 4 Prozent gegenüber dem Voranschlag 2014 aus und lässt sich mit Zusatzprojekten, wie z. B. dem Wien Museum Neu, der Digitalisierung von Archivgut, Aktivitäten zum Gedenkjahr 2014 sowie zahlreichen Projekten im Wissenschaftsbereich begründen.

Insgesamt sind die Ausgaben der Stadt Wien für den Bereich Kultur und Wissenschaft von 198 Millionen Euro im Jahr 2004 auf 249 Millionen Euro im Jahr 2014 gestiegen. Das ist eine Steigerung von insgesamt 51 Millionen Euro oder 26 Prozent innerhalb von zehn Jahren. Der Anteil von Kultur und Wissenschaft an den Gesamtausgaben der Stadt Wien beträgt damit 2,02 Prozent.

Wichtige Personalentscheidungen

Beim Projekt WIEN MUSEUM NEU – dem wichtigsten Museumsvorhaben der Stadt Wien seit mehreren Jahrzehnten – stand im letzten Jahr die Bestellung der neuen Direktion sowie die Vorbereitung des internationalen Architekturwettbewerbs im Vordergrund. Mit dem Historiker und Kulturmanager Matti Bunzl konnte ein junger und gleichzeitig erfahrener Impulsgeber für den Kultur- und Wissenschaftsstandort Wien gewonnen werden. Er wird ab Oktober 2015 als neuer Direktor des Wien Museums die von Wolfgang Kos geschriebene Erfolgsstory weiterführen und die Umsetzung des Kulturbaus am Karlsplatz mitgestalten.
im Bereich der Darstellenden Kunst wurden mehrere wichtige Personalentscheidungen getroffen: Das Schauspielhaus Wien bekommt mit Tomas Schweigen einen neuen Leiter, der nach vielen Jahren künstlerischer Arbeit im Ausland mit der Saison 2015/16 nach Wien zurückkehrt. Auch Kira Kirsch, die neue bestellte Direktorin des brut, wird frische Impulse im internationalen Koproduktionshaus am Karlsplatz setzen. Im Volkstheater nimmt im Herbst dieses Jahres Anna Badora ihre Tätigkeit auf und Tomas Zierhofer-Kin wurde als zukünftiger Leiter der Wiener Festwochen bestellt.

Erinnerungskultur & Wissenschaft

im Herbst 2014 wurde das Deserteursdenkmal am Ballhausplatz eröffnet. Die Stadt Wien errichtete damit das dritte große Mahnmal zum Gedenken an die NS-Zeit und darüber hinaus das erste Mahnmal in Österreich, das an jene stillen Helden erinnert, die als Deserteure der NS-Militärjustiz zum Opfer fielen. Besonders erfolgreich ist das “Wien.Geschichte.Wiki”, ein Online-Lexikon zur Geschichte und Kultur Wiens, das bereits ein halbes Jahr nach seiner Einführung mehr als drei Millionen BesucherInnen aufweisen konnte. Mit rund 150 Millionen Euro unterstützte die Stadt Wien im Vorjahr exzellente Forschungsvorhaben und wissenschaftliche Institutionen. Der Fokus lag dabei einmal mehr auf der Förderung von NachwuchsforscherInnen. Inhaltliche Förderschwerpunkte waren die Life Sciences, die sich in Wien in den letzten Jahren enorm entwickelt haben, IKT, wo Wien in Europa zu den Top Standorten zählt, sowie die Creative Industries als klassisches Stärkefeld der Kulturstadt Wien.
Im Jänner 2015 fand im Rathaus auf Initiative Wiens erstmals der “Ball der Wissenschaften” in Kooperation mit allen 20 Universitäten und FH’s statt. Damit wurde dem Akademikerball in der Hofburg ein eindrucksvolles, demokratisches Ereignis im Sinne des Wissenschafts- und Bildungsstandortes Wien entgegengesetzt.
Eine detaillierte Aufstellung aller Förderungen und Projekte bieten der Kunst- und Kulturbericht sowie der Wissenschaftsbericht der Stadt Wien 2014. Beide sind ab sofort im Internet unter www.wien.gv.at/kultur/abteilung/kunstbericht.html verfügbar.