mediabiz | Die Notwendigkeit des Radio

RMS-Geschäftsführer Michael Graf über die Notwendigkeit des Medium Radio

 

Wie beurteilen Sie das „Radio-Jahr“ 2014 insgesamt?

MICHAEL GRAF: Das Radiojahr war im vergangenen Jahr sehr durchwachsen, Das erste Halbjahr war sehr schwierig, Die RMS musste zum ersten Mal seit ihrem Bestehen in Österreich – also mittlerweile 17 Jahre – ihre Umsatz-Prognosen korrigieren. Das zweite Halbjahr hat sich dann einigermaßen erfangen, so konnten wir das Jahr 2014 mit nur einem leichten Rückgang abschließen. Wichtig ist aber, dass wir schon im letzten Jahr entsprechende Maßnahmen gesetzt haben, die zu einer erfreulichen Einbuchungssituation für das erste Halbjahr 2015 geführt haben.

Welche Maßnahmen waren das?

GRAF: Wir haben den Gesamtmarkt analysiert und Branchen für das Werbemedium Radio aktivieren können. Wir halten auch nach wie vor daran fest, gemeinsam mit dem ORF Gattungsmarketing für das Medium Radio zu machen. RMS Austria initiierte erstmals 2007 gemeinsam mit der ORF-Enterprise mit kreativer Unterstützung des CCA (Creativ Club Austria) und dem Tonkombinat Marx eine besondere Kampagne, um das „Werbe Wunder Radio“ in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu rücken. Und auch 2015 soll das Medium Radio mittels eines Kreativ-Wettbewerbs in Szene gesetzt werden. Die aktuelle Kampagne ist mit Ende Jänner ausgelaufen, wird aber Juli, August mit neuen Sujets fortgesetzt.

Was erwarten Sie von 2015?

GRAF: Das Jahr 2015 wird generell gesprochen kein einfaches Wirtschaftsjahr. Gerade aktuell zeigt die Turbulenz rund um den Schweizer Franken oder die Rubel-Krise zum Beispiel, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht einfacher werden. Das wird auch den Werbemarkt insgesamt negativ beeinflussen. Hier muss sich Radio als verkaufsstarkes und gleichzeitig kostengünstiges Medium positionieren und bewähren.

Welchen Stellenwert hat Webradio bei der RMS?

GRAF: Hier konnten wir Wachstumsraten von bis zu 100 % erzielen, allerdings von einem niedrigen Niveau ausgehend. Auch 2015 rechnen wir im Bereich Webradio mit einer signifikanten Umsatzsteigerung und gehen davon aus, dass sich die Webradio-Vermarktung von einem Projekt zu einem echten Geschäftsfeld entwickeln wird. Einem Geschäftsfeld der RMS, das durchaus Relevanz hat und sich in diesem Jahr hinsichtlich des Einsatzes von Investitionen und Man-Power auch rechnen wird.

Wird es zu neuen zusätzlichen Radios oder Formaten kommen?

GRAF: Im UKW-Bereich nicht. Der österreichische Radiomarkt ist im Wesentlichen gesättigt, am Angebot wird sich auch langfristig nichts dramatisch ändern und es werden auch keine für die Werbewirtschaft relevanten neuen Formate entstehen. Natürlich bringt hier die Digitalisierung neue Möglichkeiten. Das trifft sowohl auf DAB+ – hier startet ja voraussichtlich im Frühjahr ein Testbetrieb – als auch auf Internetradio zu. Um eine gemeinsame technologische Plattform zu schaffen, haben sich einige Sender zu dem Projekt Radioplayer zusammengeschlossen. Wir begrüßen dieses Projekt, weil es das Medium Radio in einer immer stärker fragmentierten Medienlandschaft stärkt.

Welche Marketing-Aktionen/Events darf man von der RMS 2015 erwarten?

GRAF: Am 27. Mai veranstalten wir traditionell im Wiener Palais Niederösterreich unseren Radio Research Day, samt RMS-Radio Award. Unser gut besuchtes Sommerfest lassen wir dieses Jahr aus, um die Branche 2016 in gewohnter Qualität wieder zu begrüßen. Wir wollen einfach vermeiden, dass unsere Feste einen inflationären Charakter bekommen.