musicbiz | 15 Jahre Amadeus

Am 29. März findet die diesjährige Amadeus-Gala wieder im Wiener Volkstheater mit Manuel Rubey als Host statt. Was ist heuer anders, erklärt Ifpi-Präsident Hannes Eder im FSM-Interview.

 

Wie sieht das Konzept für den „halbrunden“ Amadeus aus?

HANNES EDER: Am augenfälligsten in diesem Jahr ist, dass wir mit ATV einen neuen TV-Partner haben, der sich schon im Vorfeld sehr bemüht zeigt und auch einen würdigen Sendeplatz – Sonntag Primetime – zur Verfügung stellt. Ich denke, dass der Amadeus heuer zusätzlich von zwei Ereignissen geprägt ist – dem Tod von Udo Jürgens Ende vergangenen Jahres und dem Song Contest-Triumph von Conchita Wurst, was natürlich auch seinen Niederschlag in der diesjährigen Show finden wird. Der Termin am 29. März ist ja nicht zufällig gewählt, sondern ist dem Song Contest im Mai geschuldet. Generell passt der Termin auch gut in die internationale Award-Saison.

Gibt es neue Modalitäten?

EDER: Natürlich haben wir auch heuer wie jedes Jahr einige Dinge adaptiert. Zum Beispiel, dass in den Hauptkategorien nun jeweils sieben Nominierungen zu finden sind. Treu geblieben sind wir dem Konzept, dass ausschließlich österreichische Künstler und Acts ausgezeichnet werden. Es ist nun mal der Österreichische Musikpreis, was aber keinesfalls bedeutet, dass keine internationalen Acts an der Show teilnehmen werden. Im Gegenteil, wir bemühen uns, ein sehr attraktives Programm und interessante Konstellationen herzustellen, um dem Live- und TV-Publikum eine wirklich tolle Show zu bieten. Generell ist der Amadeus immer ein work in progress und man muss immer wieder an Schrauben drehen, um abwechslungsreich, dynamisch und attraktiv zu bleiben. Das beginnt bei den Künstlern und beinhaltet auch die Zusammensetzung der Jury, die immer wieder neu und frisch sein sollte.

Wie steht es um das Sponsoring des Amadeus?

EDER: In diesem Jahr hat der Amadeus keinen Hauptsponsor, das größte Volumen liegt also beim Verband selbst. Das können wir gerade noch leisten, ohne die Festplattenabgabe aber nur mehr für einen sehr überschaubaren Zeitraum. Ein Sponsor sollte zu dem auch gut zum Event passen und da gibt es – zum Unterschied von zB. der Schweiz, wo es eine Vielzahl an große heimischen Marken und Konzernen gibt in Österreich nicht allzu große Auswahl an potenziellen Kandidaten. Aber wie gesagt, der Amadeus ist eben in stetiger Entwicklung…

Wie schwierig war die Wahl des Amadeus für das Lebenswerk?

EDER: Die Wahl fiel heuer auf Arik Brauer, der kürzlich seinen 85. Geburtstag feierte und mit zum Kreis jener Künstler zählt, die an der Geburt des Austropop beteiligt waren. Diese Auszeichnung wird sicher einer der emotionalen Höhepunkte des Abends werden. Wie jedes Jahr ist die Gästeliste jedenfalls über lang, der Platz im Volkstheater natürlich begrenzt aber wir haben das Publikum denke ich sehr gut durchmischt und natürlich wollen (und müssen) wir den Amadeus auch als Lobbying-Instrument benützen. Die Branche hat doch eine längere Wunschliste an die Politik.

Wie beurteilen Sie die aktuelle Situation des Marktes?

EDER: International betrachtet wird es zunehmend schwieriger, globale Entwicklungen zu erkennen. Der physische Marktanteil etwa ist in Österreich vergleichsweise sehr hoch, da liegen wir in den Top Ten weltweit. Zugleich ist hierzulande der Switch von Downloads hin zum Streaming noch nicht so ausgeprägt wie zB. in Skandinavien. Das liegt auch daran, dass der logische Partner für Streamingdienste die Telekom-Unternehmen sind und die größte österreichische Firma hat eben noch kein diesbezügliches Angebot. Gleichermaßen kurios wie erfreulich ist auch die tolle Steigerung der Vinyl-Verkäufe, die mit rund 4 Millionen Euro ein kleine aber feine Nische darstellen und das Wachstum geht ungebremst weiter. Generell muss man feststellen, dass sich in Österreich in den letzten ein, zwei Jahren der Markt beruhigt und einigermaßen stabilisiert hat. Aber wie schon erwähnt gibt es einige to-dos, um die Rahmenbedingungen zu verbessern.

Welche wären das?

EDER: Allen voran das Thema Festplattenabgabe. Hier war beinahe eine politische Lösung erreicht.