1x mehr: misstraue der Idylle!

Jetzt trifft man im neuen Buch von Max Küng wieder auf die Schweizer Gruppe, die schon einmal gemeinsam Urlaub verbrachten, der so einiges an Unbill erzeugte.(Wer es nicht gelesen hat bzw. sich nicht erinnern konnte, es kommt wieder vor).
Waren es damals die Kinder, die die Erwachsenen zusammenbrachten, ist es diesmal das Erbe, das dem Paar Salome & Filippo u.a. ein großes Haus in der Toskana bescherte. Was liegt näher als die „Freunde“ dorthin einzuladen, um eine schöne Woche in wunderbarer Umgebung zu verbringen. Die Zusammensetzung zum ersten gemeinsamen Urlaub hat sich etwas geändert, da der Zahnarzt Bernhard mit seiner neuen, jungen Freundin Chrissi und dem Baby anreist und Jacqueline & Jean eher in finanziellen Schwierigkeiten sind, die aber Jean nicht davon abhalten, als Hedonist sich besonders auf die italienische Küche & Weine zu freuen.
Obwohl alles angerichtet wäre. schönes Wetter, großes Haus, Pool, begeisterten Koch, zurückhaltende Gastgeber schleichen sich gruppendynamisch bedingt kleine Reibereien ein. Alle scheinen irgendeinen Tick zu haben: die eine ist Sport- & Social Media süchtig, der andere hat nur Kochen und Essen im Kopf, Salome hat eine schon krankhafte Beziehung zu ihrem Kater, ihr Mann, hat sich noch einen Schriftstellerkollegen eingeladen, mit dem er vorgeblich arbeitet, aber zumeist Filme schaut, Bernhard muss mit seiner jungen Frau mithalten und Jacqueline würde gerne wissen, was sich hinter jedem Einzelnen versteckt. Speziell Chrissi hat es ihr angetan, die offenbar aus einer schlechten Beziehung kommt.
Bald schmoren alle nicht nur auf dem Liegestuhl unter der strahlenden Sonne der Toskana, sondern auch im eigenen Saft.Und die Zeit, die bis dahin so gemächlich dahin plätscherte wird durch ein großen Ereignis unterbrochen.

Dem Schweizer Autor ist ein Pageturner gelungen, der unterhält und doch nicht mit feinen Spitzen geizt und auch genügend Speiseideen bereithält. Im Grunde kommen sie alle nicht gut weg, weder die Künstler noch die Banausen, weder die Erben noch die darbenden Schriftsteller. Und schön auch die Musiktipps, nämlich Wolfgang Ambros und Pino d’Angiò, ein italienischer Superstar des Discofunk!
Max Küng: Supertoskana (Kein & Aber) Euro 25,-