Ein heißer Abend in den HQ-Studios

Es war ein langer, heißer, unterhaltsamer Abend mit vielen GewinnerInnen
(alle Fotos: eSeL.at)

Den Dresscode für den Abend des 16. Österreichischen Filmpreis zu beachten, bedeutete heuer so luftig wie möglich gekleidet zu sein. Es war der erste, richtig heiße Sonnentag als am 18. Juni in den HQ-Studios in Wien Simmering sich die Filmbranche traf, um gemeinsam die PreisträgerInnen der heurigen Verleihung zu feiern.

Das Publikum wurde von der Präsidentschaft der Akademie des Österreichischen Films, Verena Altenberger und Arash T. Riahi, willkommen geheißen. Das Duo verwies auf den diesjährigen Einreichrekord beim Österreichischen Filmpreis, ging auf internationale Festivalerfolge ein und hob die Wirtschaftskraft des heimischen Filmschaffens hervor. Gleichzeitig wiesen Altenberger und Riahi angesichts finanziell harter Zeiten für die Branche auf die Notwendigkeit von Streamingabgabe und Investitionsverpflichtung hin – diese sei keine Steuer, sondern eine faire Verpflichtung internationaler Konzerne, in heimisches Filmschaffen zu investieren.

Julia Edtmeier und Alexander Pschill (Foto) würdigten gemeinsam mit dem Schauspielensemble Elena Hückel, Lisa Weidenmüller und Rafael Schuchter das Kino: Als Tramps im Stummfilm-Stil kostümiert, wurde der Abend zur liebevollen Hommage an die Stummfilmzeit. Körpereinsatz und clownesker Humor trafen auf feierlich-berührende Momente, die von Livemusik (Florian C. Reithner, Piano & Anaïs Tamisier, Geige) und einer kraftvollen Gesangseinlage von Ruth Brauer-Kvam begleitet wurden.

Kreativ gestaltete Kurzfilme, in denen Stars wie Birgit Minichmayr, Gerti Drassl und Gerhard Liebmann schelmische Performances ablieferten, sorgten für Begeisterung im Publikum.

Prominente Filmschaffende übergaben Preise und hielten Laudationen auf die Gewerke der Filmbranche: Schauspielerinnen Verena Altenberger, Patricia Aulitzky, Ruth Brauer-Kvam und Hilde Dalik, Schauspieler Manuel Rubey und Michael Maertens, Regisseure Mo Harawe, Michael Kreihsl und Stefan Ruzowitzky sowie Regisseurin Mirjam Unger.

Die Akademie gedachte ihrer verstorbenen Mitglieder mit einer Schweigeminute:
Peter Meiselmann (Tongestalter), Jeanette Voltmann-Pochlatko-Rosenmaier, (Regieassistentin), Luna Jordan (Schauspielerin) und VALIE EXPORT (Multimediakünstlerin, Schöpferin Preisskulptur Österreichischer Filmpreis).

Die PreisträgerInnen

Große Freude beim gesamten Team von La Perla

Großer Gewinner des Österreichischen Filmpreis 2026 ist der Film „Perla“ von Alexandra Makarová. Mit insgesamt 13 Nominierungen lag das Filmdrama um die Exilslowakin Perla weit voran, umgewandelt wurden sie in beachtliche acht Preise. Simon Schwarz wurde für seine Rolle als Perlas Ehemann als Bester Hauptdarsteller ausgezeichnet, Georg Weiss erhielt den Preis für Beste Kamera, Monika Buttinger für Bestes Kostümbild. Dazu kamen weitere Preise in den Kategorien Maskenbild, Szenenbild, Musik und Tongestaltung.

Verdiente Auszeichnungen für Simon Schwarz & Valerie Pachner

Den Edelpreis für die Beste Regie erhielt Adrian Goiginger für das von ihm verfilmte Filmdrama „Vier minus drei“, das auf der tragischen Autobiografie von Barbara Pachl-Eberhart beruht. Für die schwierige Rolle der übriggebliebenen Mutter erhielt Valerie Pachner den Preis als Beste Hauptdarstellerin, als ihr verunglückter Mann agierte Robert Stadlober, der für seine Performance den Preis als Bester Nebendarsteller bekam. Senad Halilbašić wurde für Bestes Drehbuch und Angela Kropej für Bestes Casting ausgezeichnet.

Enttäuschung bei Johanna Moder, die trotz vieler Nominierungen für ihren überaus genau gezeichnetere eindrücklichen Psychothriller „Mothers Baby“ keine Trophäe Einstreifen konnte.

Die mit eher leichteren Rollen bekannt gewordene Elke Winkens wurde für ihr natürliches Spiel als Beste Nebendarstellerin in Florian Pochlatkos Langfilmdebüt „How to Be Normal and the Oddness of the Other World“ ausgezeichnet.

Den Preis als bester Dokumentarfilm erhielt Olga Kosanović für ihre kurzweilige Einbürgerungsdoku „Noch lange keine Lipizzaner“.

Bester Kurzfilm wurde „Night of Passage“ von Reza Rasolui.

Der publikumsstärkster Kinofilm hatte in diesem Jahr keine Konkurrenz zu fürchten, weit voran lag Aufputzt is, die geglückte Verfilmung durch Claudia Jüptner-Jonstorff des Kabarettprogramms von Gernot Seidl.

Nach dem Ende der Gala wurde bis in die frühen Morgenstunden gefeiert, für beschwingte Musik sorgte Le dernier Cri“mit Brauneis, Babos, Palikruschewa & Co.

Schwarz-weiß Dresscode fürs Publikum

Der Österreichische Filmpreis wurde in insgesamt 18 Kategorien verliehen. Die Verleihung des 16. Österreichischen Filmpreises ist auf ORF ON und Joyn zum Nachsehen verfügbar.

Alle Preisträger