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Akademietheater: Frühlingsspaziergang mit Robert Walser

Großartiges Ensemble im irrenden Planeten (Foto: Tommy Hetzel)
Der Schweizer Schriftsteller Robert Walser ist, in rund 40 Sprachen übersetzt, ein Weltdichter. Dabei scheint sein Interesse nicht den großen Weltdeutungen zu gelten, sondern den vermeintlich kleinen Dingen am Rande des Daseins. Dort, an den Rändern, finden seine dichterischen Spaziergänge statt, von denen Susan Sontag sagte, sie verwandelten „obsessiv Zeit in Raum“.
Wer so neugierig und demütig spaziert wie Walser, erforscht nichts weniger als das ganze Leben. Auf Walsers Fährte erkunden wir die zarte Schönheit der Existenz – aber der Abgrund bleibt uns nicht erspart.
Natürlich ist die Auffühurng des „Der irrende Planet“ von Robert Walser ((1878–1956)) in der Regie von Barbara Frey auch eine Reverenz an den großen Schauspieler Martin Schwab und man freut sich als langjährige Abonnentin den hochbetagten Schauspieler noch immer in guter körperlicher Verfassung zu sehen und seinem wunderbar modulierten Vortrag zu lauschen.
Das Stück, das sich aus der Novellle „Der Spaziergänger“ ergibt, fasziniert in mehrerer Hinsicht: das Bühnenbild mit den transparenten Vorhängen und der passenden Lichtregie sorgt für überraschende Momente und gleichzeitig Kontemplation, die Musik von Josh Sneesby, der live Klavier und Melodica spielt, ist so richtig schön-sentimental, die junge Elisa Plüss bezaubert als grandiose Pfeiferin & Sängerin und auch die übrigen SchauspielerInnen (Katharina Lorenz, Peter Simonischek, Maria Happel, Dorothee Hartinger, Sabine Haupt überzeugen durchgehend. Höhepunkt ist schon der Wurstmonolog von Sabine Haupt, den sicher viele SchauspielaspirantInnen in ihren Bewerbungen aufnehmen werden.
Ein schöner Abend und Anregung, sich wieder mal mit den Werken des Schweizer Schriftstellers auseinanderzusetzen.
Der irrende Planet
Ein Spaziergang mit Texten von Robert Walser
• Regie: Barbara Frey
• Bühnenbild: Martin Zehetgruber
• Mitarbeit Bühne: Stephanie Wagner
• Kostüme: Esther Geremus
• Musik: Barbara Frey,
Josh Sneesby
• Licht: Bernd Purkrabek
• Dramaturgie: Thomas Jonigk
• mit: Maria Happel, Sabine Haupt, Dorothee HArtinger, Katharina Lorens, Elisa Plüss, Martin Schwab, Max Simonischek
.• Josh Sneesby/Tino Klissenbauer (Live-Musik)
Dauer und Pausen
1 Stunde 30 Minuten – keine Pause