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Theater an der Wien: Auftakt mit „La Calisto“

16. September / 19:00 - 22:00

In Francesco Cavallis Oper La Calisto prallen Götter, Nymphen und Fabelwesen aufeinander.

Die neue Saison widmet sich einem Thema, das seit Jahrhunderten nichts von seiner Aktualität verloren hat: der Willkür von Macht und ihren Folgen für Gesellschaft und Individuum.Bereits die frühen Meister der Oper setzten sich eindringlich damit auseinander – so auch Francesco Cavalli in seiner Barockoper La Calisto (1651), die auf Ovids Metamorphosen basiert.

Inhalt:
Dramma per musica in drei Akten und einem Prolog
Libretto von Giovanni Faustini

Die Welt liegt von einem großen Feuer verwüstet. Jupiter, der höchste Gott, will die Erde wieder mit Wasser versorgen, verliebt sich dort aber spontan in die Nymphe Calisto, die sich dem Keuschheitskult der Göttin Diana verschrieben hat. Davon lässt sich Jupiter jedoch nicht abhalten, und in der Gestalt der Diana verführt er Calisto, die daraufhin bei ihrer Begegnung mit der echten Diana statt Liebe Zurückweisung und Zorn erfährt.
Diana selbst ist nämlich dem jungen Endimione verfallen, was wiederum der Hirtengott Pan eifersüchtig beobachtet. Jupiters Frau Juno beendet schließlich das Treiben um Begehren und Verführung und verwandelt die schuldlose Geliebte ihres Mannes in eine wilde Bärin.

In Francesco Cavallis Oper La Calisto prallen Götter, Nymphen und Fabelwesen aufeinander. Alle stehen im Bann von Liebe und Begehren, von Macht und Gewalt und führen auf tragikomische Weise menschliche Leidenschaften vor. Das 1651 in Venedig uraufgeführte Werk stellt sowohl die der gesellschaftlichen Ordnung zugrundeliegenden Moralvorstellungen infrage, als auch die damit verbundenen Geschlechterrollen. Bedeutet Calistos Verwandlung in das Sternbild des Großen Bären am Ende der Oper einen Bruch mit der göttlichen Ordnung oder eine Unterwerfung?

Team
Gemeinsam mit der Lautenistin und Dirigentin Christina Pluhar und ihrem Ensemble L’Arpeggiata bringt Intendant und Regisseur Stefan Herheim das Werk als faszinierendes kosmisches Zaubertheater auf die Bühne. Angeführt von der vielseitigen Sopranistin Vera-Lotte Boecker versammelt die Produktion ein hochkarätiges Ensemble mit Milan Siljanov, Giuseppina Bridelli, Marcel Beekman und Jake Arditti.

Premiere: 16.9.
Weitere Termine: 16. – 28. September 2026