Karl Markovics: Schauspieler des Jahres

Seit 1997 wählt eine Fachjury aus ORF-Hörspielregisseurinnen und -regisseuren die Schauspielerin oder den Schauspieler des Jahres. Diesmal fiel die Wahl auf Karl Markovics aufgrund „dessen Begeisterung für die Kunstform Hörspiel, seine unprätentiöse Art zu spielen, seine Offenheit und Flexibilität bei der Rollengestaltung. Er trifft den Ton und schafft präzise Situationen, lässt sich aber nie ganz und gar von einer Rolle aufsaugen. So gelingt es ihm auch, sein Verhältnis zur Figur zu offenbaren, wie kritisch, ambivalent oder voller Zuneigung es auch sein mag.“, so die Jury.
Als Markovics 2003 zum ersten Mal im Ö1-Hörspielstudio stand, erschrak er über die Nähe und Unmittelbarkeit seiner eigenen Stimme im Kopfhörer, gleichzeitig war sie ihm extrem fremd. Er musste sich an seine eigene Stimme erst langsam gewöhnen. Aber entscheidend für Markovics ist, mit ihr etwas zu schaffen, das sich die Hörer/innen vorstellen können, ohne ein tatsächliches Bild vor Augen zu haben. Das hat er in den vergangenen Jahren nicht nur in der zwölfteiligen Produktion von Canettis „Die Blendung“ gemeistert, sondern auch in Lessings „Die Juden“, dem „Mozarttreiben“ von Peter Rosei, der „Klinik unter Almen“ von René Freund und anderen.
Die Ehrung des „Schauspielers des Jahres 2016“ wird einer der Höhepunkte der „Ö1 Hörspiel-Gala“ am 24. Februar im RadioKulturhaus sein. Die Gala beginnt um 19.00 Uhr, Ö1 überträgt live und via Video-Stream auf oe1.ORF.at ab 19.05 Uhr.