VTMÖ fordert kulturelle Katastrophenhilfe

Österreichs Indie-Labels fordern alle Sendeanstalten zu kultureller Katastrophenhilfe auf!
Insbesondere ALLE ORF-Sender sollen ab sofort ihren Sendeanteil von Musik aus Österreich verdoppeln

Nach zwei Wochen Kampagne für mehr Musik aus Österreich auf allen Kanälen (egal ob ORF oder privat) können erste Erfolge verzeichnet werden
Ö3 spielte einen Tag (24.3.) bis 17 Uhr ausschließlich Musik aus Österreich.
Radio Steiermark hatte bereits letzte Woche einen Tag lang nur Musik aus der Steiermark gesendet.
Radio 88,6 sendet seit letzter Woche montags bis donnerstags Musik aus Österreich von 18 bis 20 Uhr, wobei das allerdings fälschlicherweise mit „jeden Tag“ beworben wird.

Der VTMÖ (Verband unabhängiger Tonträgerunternehmen, Musikverlage und Musikproduzent*innen Österreichs) begrüßt diese symbolhaften Schwerpunktaktionen und merkt gleichzeitig an:
• Es darf nicht um kurze Aktionszeiträume gehen, sondern um längerfristig angelegte Katastrophenhilfe, die so lange andauern muss, bis die Krise auch wirtschaftlich überwunden ist.
• Es geht nicht um 100% aus Österreich, sondern um einen deutlich höheren Anteil als bisher. 30-35% regionale Musikproduktionen in en Sendeprogrammen sind europäischer Standard. In Österreich kommen die meisten Sender bloß auf 10-15%!
• Wenn im Rahmen dieser symbolhaften Schwerpunktaktionen bloß „more of the same“ ausgestrahlt wird, dann erfüllt das nicht den Zweck. Es wird deutlich mehr Vielfalt bei der Programmierung eingefordert. Die weniger bekannten Artists benötigen diese Unterstützung am meisten, denn sie konnten noch nie jene Reserven aufbauen, auf die große Stars ohnedies zurückgreifen können.
Der VTMÖ wiederholt daher seine Forderung: Ab sofort soll auf ALLEN österreichischen Radio- und TV-Sendern doppelt so viel Musik aus Österreich gespielt werden als zuletzt!
Es geht darum, dass Jahr für Jahr Millionen aus den von allen Sendern bezahlten Lizenzentgelten an internationale Konzerne abfließen und wir in den nächsten Jahren mit Steuergeldern unsere (Musik-) Wirtschaft wiederaufbauen werden müssen. Wann, wenn nicht jetzt müssen alle Sendeanstalten – ganz speziell aber der öffentlich-rechtliche Rundfunk – ihre Beiträge zur kulturellen Katastrophenhilfe leisten?