Auf welcher Seite stehst du?

Kann es sein, dass es heutzutage noch immer ein wirtschaftliches Wagnis ist, wenn sich eine Frau als Feministin bezeichnet? Wird unter dieser Bezeichnung noch immer viel Ablehnung, Missgunst, Gönnerhaftigkeit subsummiert?
Die sich im Gegensatz zur österreichischen Frauenministerin als Feministin bezeichnende Autorin Mareike Fallwickl beschäftigt sich in vielen ihrer Schriften mit der Rolle von Frauen in unserer Gesellschaft. Was aber wäre, wenn die Hälfte der Bevölkerung sich plötzlich verewigen würde?
Inhalt:
An einem Sonntag im Juni gerät die Welt aus dem Takt: Frauen liegen auf der Straße. Reglos, in stillem Protest. Hier kreuzen sich die Wege von Elin, Nuri und Ruth. Elin, Anfang zwanzig, eine erfolgreiche Influencerin, der etwas zugestoßen ist, von dem sie nicht weiß, ob es Gewalt war. Nuri, neunzehn Jahre, der die Schule abgebrochen hat und versucht, sich als Fahrradkurier, Bettenschubser und Barkeeper über Wasser zu halten. Ruth, Mitte fünfzig, die als Pflegekraft im Krankenhaus arbeitet und deren Pflichtgefühl unerschöpflich scheint. 
Es ist der Beginn einer Revolte, bei der Frauen nicht mehr das tun, was sie immer getan haben. Plötzlich steht alles infrage, worauf unser System fußt. Ergreifen Elin, Nuri und Ruth die Chance auf Veränderung?
Fallwickl bringt in literarischer Form viele Fragen und Probleme unserer Zeit zutage, die ungemein wichtig sind, benannt zu werden. Das mag nicht immer angenehm sein, aber die Lektüre bietet mit ihren vielen verschiedenen Strängen auch immer wieder Spannung und Unterhaltung. Ein wichtiger Roman!
Mareike Fallwickl: Und alle so still (Rowohlt 100 Augen) Euro 24,-