Ein Stück weit …

… sind die beiden Diagonale-Intendanten Sebastian Höglinger & Peter Schernhuber schon mit der österreichischen Filmbranche gegangen. Zum 4. Mal sind sie heuer für das österreichische Filmfestival verantwortlich. Routine? – Von wegen, heuer gibts einen Holzworkshop, um neue Ecken und Kanten herauszuarbeiten.

Einmal im Jahr verdichtet die Diagonale den österreichischen Film auf sechs konzentrierte Festivaltage. Sie bietet ein Angebot ohne Algorithmus: handgemacht und damit fehler-, aber auch enthusiasmusanfällig. Die Diagonale’19 bietet Anreize für weiterführende Diskussionen – von einzelnen Filmen ausgehend oder zwischen den einzelnen Programmen entstehend. Vom 19. bis 24. März geht die Diagonale zum 22. Mal in der steirischen Landeshauptstadt über die Bühne. 

Der heurige Wettbewerb der Diagonale folgt Ausgrabungen – tatsächlichen und persönlichen –, folgt schaufelnden Baggergiganten und verdrängten österreichischen wie interkulturellen Familien- und Emanzipationsgeschichten. Zeigt menschengemachten Horror und allzu menschliche Monster: von den Geistern eines abstrakt gewordenen Kapitalismus bis zu den Geistern der Vergangenheit, die vielleicht nur die Erinnerungsmaschine Kino treffsicher zu beschwören vermag. Hier dolce vita, da Grenzerfahrung, hier Subkulturschönheit, da Kunstbetriebspragmatismus. Während die Kurzfilme länger werden, scheinen die Gattungsgrenzen zunehmend porös.

Facts
Der aktuelle Wettbewerb umfasst 112 Filme und wurde aus gut 500 Einreichungen aller Genres und Längen zusammengestellt. Insgesamt zeigt die Diagonale 180 Filme in 143 Vorstellungen. 71 Wettbewerbsfilme feiern in Graz ihre Premiere, 43 davon als Uraufführung.

Eröffnung
Den Auftakt zur Diagonale’19 in Graz bildet die Österreichpremiere des wagemutigen und grandios besetzten Dramas Der Boden unter den Füßen der in Graz geborenen Filmemacherin Marie Kreutzer. Im Rahmen der Eröffnung wird außerdem Birgit Minichmayr mit dem Großen Diagonale-Schauspielpreis gewürdigt.

Diagonale im Dialog
Emily Atef, Ute Baumhackl, Trautl Brandstaller, Stefan Grissemann, Henrika Kull, Gerda Lampalzer-Oppermann, Waltraud Langer, Christiana Perschon, Claus Philipp, Heide Pils, Hanno Pöschl, Peter Simonischek, Carolina Steinbrecher, Rüdiger Suchsland, Heinz Trenczak, Mirjam Unger, Ludwig Wüst u. a.

Historisches Special
Über-Bilder: Projizierte Weiblichkeit(en)

Das historische Special – in Kooperation mit Filmarchiv Austria, Österreichisches Filmmuseum und ORF-Archiv – widmet sich 2019 der Repräsentation und der Narration von Weiblichkeit(en) im österreichischen Film.

Zur Person
Die Reihe Zur Person widmet sich einer der interessantesten und nicht zuletzt charismatischsten Schauspielpersönlichkeiten des Landes, nämlich Hanno Pöschl.

Preise
Im Rahmen der Diagonale werden zum dritten Mal der Franz-Grabner-Preis in den Kategorien Kino- und Fernsehdokumentarfilm vergeben. Die Verleihung der Carl-Mayer- und der Thomas Pluch Drehbuchpreise am 22. März sowie die Diagonale-Preisverleihung am 23. März markieren weitere Höhepunkte der Festivalwoche. Im Rahmen der Diagonale’19 vergeben Expert/innenjurys Österreichs höchstdotierte Filmpreise, allen voran die Großen Diagonale-Preise des Landes Steiermark sowie den Diagonale-Preis Innovatives Kino der Stadt Graz.
Das gesamte Programm findet sich unter http://www.diagonale.at/

Foto: Miriam Raneburger