Hochkultur wird aktiv

Nachdem die vorsichtig geplanten Eröffnungen ab 24. Jänner wieder verschoben werden mussten, haben sich Österreichs Theater-/Festival-/OperndirektorInnen von Wien bis Bregenz in einem offenen Brief an die zuständigen Verantwortlichen, nämlich Vizekanzler Kogler und Staatssekretärin Mayer gewandt: „Wir möchten einen Beitrag dazu leisten dass der Kulturbetrieb sowohl künstlerisch als auch ökonomisch verantwortungsvoll durch die kommenden Monate geführt wird.”
Folgende Punkte wären dabei für die Planung der kommenden Wochen wichtig: die Gültigkeit der bestehenden Präventionskonzepte, ein Stufenplan für die Wiedereröffnung der Kulturinstitutionen, die maximalen Zuschauerzahlen sollten von der Größe des Hauses abhängen, die Möglichkeit von Proben, ein Kostenersatz sowie keine Schlechterstellung gegenüber der Gastronomie.

Zu den einzelnen Punkten:
Anerkennung der Präventionskonzepte und der Sitzpläne:  Die unter den österreichischen Theatern abgestimmten Präventionskonzepte hätten sich bestens bewährt, es gäbe an den Häusern seit September keine nachweisbare Infektionskette im Publikum.
Stufenplan für die Wiedereröffnung der Kulturinstitutionen: Um einen möglichst raschen und geplanten schrittweisen Neustart des kulturellen Lebens zu ermöglichen, braucht es einen mittelfristigen Stufenplan zur Wiedereröffnung der Kulturinstitutionen inklusive transparenter Voraussetzungen (Inzidenz etc.)
Maximale Zuschauerzahlen abhängig von der Größe des Hauses. Jede zahlenmäßige Beschränkung des Publikums hat Auswirkungen auf die Finanzierung der jeweiligen Produktion. Um die Wiederaufnahme des Spielbetriebs und die betriebswirtschaftliche Integrität der kulturellen Einrichtungen abzusichern, brauchen diese klare Vorgaben über mögliche Beschränkungen der Zuschauerzahlen, die immer in Bezug zur Größe und Qualität der jeweiligen Spielstätte zu sehen sind. Sämtliche Gebäude der großen Kulturveranstalter sind mit technischen Lüftungsanlagen ausgestattet, die die vorgeschriebene Frischluftzufuhr (Kubikmeter Frischluft Volumen pro Person / Stunde) deutlich übertreffen.
Proben ist Arbeit. Die Aufnahme des Spielbetriebs muss vorbereitet werden, die intensive Probenphase vor einer Premiere betrage sechs Wochen: “Daher ist der Planungshorizont für uns so wichtig.”
Kostenersatz: “Voller Ersatz für die durch die Verordnung verursachten negativen Folgen, da ansonsten alle Kulturveranstalter in finanzielle Probleme schlittern werden, die auch mittelfristig nicht von diesen zu lösen sind.”
Keine Schlechterstellung gegenüber der Gastronomie. Die Kombination aus bewährten Sicherheitskonzepten, einer konsequenten Maskenpflicht für das Publikum und den besonders leistungsfähigen technischen Einrichtungen für eine erhöhte Frischluftzufuhr schützt die Besucherinnen und Besucher konsequent vor schädlichen gesundheitlichen Folgen. Eine Schlechterstellung gegenüber der Gastronomie wäre – vor allem auch für die Bevölkerung – nicht nachvollziehbar
Abschließend wurde die Forderung der zeichnenden kulturellen Betriebe nach einem  mit Vizekanzler Kogler und Staatssekretärin Mayer formuliert. Damit soll gewährleistet werden, dass die die Kultur betreffenden Verordnungstexte durch Einbeziehung der fachlichen Expertise dieser Gruppe praxistauglich sind.