Leicht zu lesen, doch schwer zu erleben

Das mittlerweile der ganzen Welt bekannte Hormus war auch davor schon ein tricky place, wie man dem Reisebuch des „Falter-Reporters“ Lukas Matzinger entnehmen kann. Ein ganzes Jahr fuhr er gemeinsam mit der polyglotten Fotografin und Freundin Olivia Wimmer in einem alten VW-Bus von Wien nach China und wieder retour. 35.000 Kilometer durch den Iran, Turkmenistan, Pakistan, Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan und Kasachstan. Länder, die aus der Ferne hochinteressant klingen, doch in der Praxis überlässt man Reisen dorthin doch Mutigeren, denn „ein Hochsommer im Südiran und ein Winter im kirgisischen Hochland sind leicht zu lesen, aber schwer zu erleben.“

Blutige Trikots von kirgisischen Polospielern, Ziegelsteine von Osama bin Ladens Haus in Abbottabad, ein Bouquet von Bakterien aus Tadschikistan und Erfahrungen, die Tage im Polizeigewahrsam in Belutschistan mit sich bringen: Matzinger beschönigt gar nichts, vielmehr spricht trotz aller Strapazen aus jedem Kapitel eine große Toleranz und Freude an den Begegnungen. In den bedrohlichsten und unwirtlichsten Gegenden, warteten die wundersamsten Begegnungen: Fremde gaben die besten Bissen und die breitesten Betten – und beschenkten sie mit ihren Geschichten.
Ein Reiseroman, in dem alles stimmt, ein Abenteuer, das sich nicht vorhersehen ließ, eine große Reportage von der weiten Welt.
Lukas Matzinger: Ohne Kalaschnikow schlaf ich schlecht (Zsolnay) Euro 25,-