Musik-Oscars: erstmals Spitzenwert für Frauen wenngleich …

Zu den wohl populärsten Preisträgerinnen gehört Lady Gaga

… auf niedrigem Niveau
Am 27. März ist es wieder so weit: Der rote Teppich wird ausgerollt und der bekannteste Preis der Filmindustrie – der goldene Oscar – wird im Dolby Theatre in Los Angeles verliehen. Neben diesem glamourösen Event ist der Monat März vorwiegend den Frauen gewidmet. Der internationale Frauentag und Equal Pay Day erinnern an den Kampf um die Gleichberechtigung der Frau und zeigen den aktuellen Stand der strukturellen Benachteiligung von Frauen auf.
In vielen Bereichen besteht noch großer Nachholbedarf, so auch bei den jährlich stattfindenden Oscar-Verleihungen: Qobuz (www.qobuz.com), eine High-Resolution-Musikstreaming- und Downloadplattform, hat zu diesem Anlass analysiert, welche Künstler:innen seit 1950 am häufigsten in den Kategorien “Bester Soundtrack”, “Bester Ton” und “Beste Filmmusik” nominiert wurden bzw. gewonnen haben und wie hoch der Frauenanteil war.

Nur drei Prozent der nominierten Musiker*innen bei den Oscars sind Frauen
Frauen sind – wie bereits in der Vergangenheit – auch in diesem Jahr in den 23 Oscar-Kategorien unterrepräsentiert. Der durchschnittliche Anteil nominierter Frauen in der Kategorie “Bester Soundtrack” seit den Preisverleihungen ab 1950 liegt bei nur 7,8 Prozent. Noch enttäuschender ist die Repräsentation von Künstlerinnen allerdings in den zwei weiteren akustischen Kategorien: Lediglich 1,7 Prozent der Nominierten in der Kategorie “Bester Ton” sind weiblich. Das Schlusslicht des Rankings bildet die Kategorie “Beste Filmmusik” mit einem noch geringeren Frauenanteil von 0,8 Prozent. Insgesamt fanden sich in der Kategorie in den letzten Jahrzehnten nur fünf Frauen in der Nominiertenliste wieder – drei davon sind als Gewinnerin aus dem Wettbewerb gegangen.

In diesem Jahr fällt ein Viertel der Nominierungen auf weibliche Künstlerinnen
Zwischen 1950 und 1995 waren nur sieben Frauen bei fünf Oscar-Verleihungen in einer der drei musikalischen Kategorien nominiert oder haben gewonnen. Zu den wohl populärsten Preisträgerinnen gehört Lady Gaga, die mit ihrer Rolle neben Bradley Cooper in A Star is Born als Sängerin glänzt. Der Vergleich zeigt aber auch, dass es immer noch keinen Gleichstand gibt, der Frauenanteil in den letzten 27 Jahren jedoch stark gestiegen ist. In diesem Jahr sind rund ein Viertel (26,5 Prozent) der Nominierten weiblich: Der absolute Spitzenwert in der Geschichte der Preisverleihungen der Oscars. Ähnlich groß war der Anteil an Frauen im Jahr 2017, wo rund 20 Prozent bei den Academy Awards nominiert waren bzw. gewonnen haben. Nachdem diese Zahl in den letzten Jahren wieder abnahm und 2018, 2019 und 2020 nur eine, drei bzw. zwei weibliche Künstlerinnen als Preisanwärterinnen von der Jury benannt wurden, ist der Anteil in diesem Jahr wieder stark angewachsen.

In der Geschichte der Oscars gab es lediglich in zwölf Jahren weibliche Gewinnerinnen, die den Goldjungen in den Kategorien “Bester Soundtrack”, “Bester Ton” und “Beste Filmmusik” überreicht bekamen. Insgesamt liegt die Quote der Gewinnerinnen seit 1950 aber nur bei fünf Prozent im Vergleich zu ihren männlichen Mitstreitern.

Die meisten Oscar-Anwärter und Gewinner seit 1950 heißen John
Die besten Chancen auf einen Oscar in den Musikkategorien haben übrigens Männer, die John heißen: Insgesamt 109-mal war ein Musiker mit dem Namen in den letzten Jahrzehnten für einen Oscar nominiert oder durfte den Preis sogar mit nach Hause nehmen. Platz zwei teilen sich Michael und David, die jeweils 53-mal Gewinner oder Nominierte waren. An dritter und vierter Stelle kommen Robert und Paul mit 38 und 37 Nominierungen bzw. Auszeichnungen.

“Der Frauenanteil ist in vielen Bereichen der Musikindustrie zu klein. Im Vergleich zu männlichen Künstlern sind weniger Frauen langfristig erfolgreich und verdienen weitaus weniger Anerkennung und Geld für ihre Arbeit. Das zeigt auch unsere Analyse, in der Frauen nur selten als Siegerinnen hervorgehen. Wir sollten dieser strukturellen Benachteiligung weiter entgegentreten, denn so divers und vielschichtig, wie die Musik selbst ist, sollten auch ihre Künstler:innen sein”, so Marc Zisman, Head of Music von Qobuz.

Die gesamten Untersuchungsergebnisse können Sie hier einsehen: https://www.qobuz.com/de-de/info/News/Musik-Oscars-seit-1950-So-haufig185521
Über Qobuz
Qobuz wurde 2007 gegründet und ist eine französischer Musikstreaming- und Download-Plattform, der die Bedürfnisse anspruchsvoller Musikliebhaber erfüllt und als Pionier für hohe Klangqualität gilt. Qobuz ist weltweit in 19 Ländern – in Europa, den Vereinigten Staaten sowie in Australien, in Neuseeland und in Japan (nur Hi-Res-Downloadshop) – verfügbar und bietet eine außergewöhnliche Auswahl an exklusiven redaktionellen Inhalten, die von einem Team aus Musikredakteuren verfasst werden. Mit einem Katalog von mehr als 80 Millionen Titeln verfügt Qobuz auch über die größte Auswahl von Alben in Hi-Res-Qualität auf dem Markt. Qobuz ist von der Japan Audio Society (JAS) für Hi-Res Audio lizenziert.  www.qobuz.com