Roland Weißmann bewirbt sich als ORF-Generaldirektor

ORF-Chefproducer Roland Weißmann tritt mit Innovations-Konzept zur Wahl am 10. August an (Foto: A. Gotter)

Auf den ersten Blick ist der ORF gut aufgestellt, auf den zweiten Blick werden die Herausforderungen deutlich. Wir verlieren an Relevanz bei den Jungen, haben zu wenig passenden Angebote
. Der ORF muss in den nächsten Jahren digitaler, jünger und diverser werden. Für diese Veränderungen benötigen wir auch in der Unternehmenskultur einen Wandel, und der steht im Zentrum meiner Bewerbung”, so 
Roland Weißmann
 beim Pressegespräch am 22. Juli hoch über den Dächern von Wien, im 25 Hours Hotel..
“Auf den ersten Blick ist der ORF gut aufgestellt, auf den zweiten Blick werden die Herausforderungen deutlich. Wir verlieren an Relevanz bei den Jungen, haben zu wenig passenden Angebote. Zusätzlich veränderten Technologie und internationale Konzerne die Mediennutzung und setzten so die heimische Branche unter Druck. Um auch in Zukunft allen Österreicherinnen und Österreichern ein vielfältiges Programm in gewohnter Qualität anbieten zu können, muss das Unternehmen modernisiert werden. Der ORF muss in den nächsten Jahren digitaler, jünger und diverser werden. Für diese Veränderungen benötigen wir auch in der Unternehmenskultur einen Wandel, und der steht im Zentrum meiner Bewerbung”, so der Chefproducer und Kenner des ORF.

Im Dezember 2020 hat der ORF-Stiftungsrat die „Strategie 2025“ beschlossen und einen umfassenden digitalen Transformationsprozess eingeleitet. In den nächsten fünf Jahren wird der ORF seine traditionellen Fernseh- und Radio-Kanäle mit neuen Online-Angeboten zu einem hybriden Gesamtangebot verschränken. Leitprojekte sind der ORF-Player und der neue multimediale Newsroom, für Weißmann die wesentlichen Säulen der Transformation: “Beim Newsroom sieht man am deutlichsten, wie wir uns verändern müssen und was wir bewahren werden. Ich war selbst 15 Jahre ORF-Journalist. Unabhängigkeit und Objektivität sind dabei die höchsten Werte, denen ich mich verpflichtet fühle und die ich mit aller Kraft verteidigen werde. Ich bin von der Sinnhaftigkeit des multimedialen Newsrooms absolut überzeugt. Lasst uns endlich beginnen und sicherstellen: Die Unabhängigkeit der ORF-Information übersiedelt mit.”

Weißmanns Ziel ist ein dynamischer und anpassungsfähiger ORF, der über ein breites Fernseh-, Radio- und Online-Angebot verfügt. Weißmann möchte hier vor allem die jungen Generationen verstärkt mit neuen Inhalten ansprechen und sieht speziell im regionalen Bereich Potenziale: “Knapp drei Millionen Menschen in Österreich sind unter 30 Jahre alt, mehr als drei Viertel davon leben in den Bundesländern, sie identifizieren sich stark mit ihrer Kultur und ihrer Heimat. Hier sehe ich großes Potenzial. Der ORF hat die Verantwortung, einen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in einer digitalen, globalen Welt zu leisten.
In den nächsten Wochen will Weißmann sein Führungsteam zusammenstellen und Gespräche zu seinen Ideen und Vorstellungen führen. Seine konkreten Vorschläge diesbezüglich werde er aber zuerst dem Stiftungsrat präsentieren.

Roland Weißmann wurde am 16. März 1968 in Linz geboren. Nach der Matura 1986 studierte er Publizistik und Geschichte in Wien. Die ersten 15 Jahre seiner ORF-Karriere war Weißmann als Reporter, Journalist und Sendungsverantwortlicher im Radio und Fernsehen im Einsatz, bevor er mit Anfang 40 in den kaufmännischen Bereich wechselte. Seit zehn Jahren leitet er als Chefproducer die TV-Finanzen, 2017 beförderte ihn Alexander Wrabetz zum stellvertretenden kaufmännischen Direktor. Seit Juli 2020 hat Weißmann außerdem die Projektleitung des Zukunftsprojektes ORF-Player inne.