Die alte Heimat ist so ferne

Granatäpfel, Safran und Pistazien, Lebensmittel, die man oft mit dem Iran verbindet kommen nicht vor, aber die alte Heimat Persien ist bei den Emigrierten in den USA noch immer ganz tief verwurzelt. Sie wollen und können sich nicht an die neue Heimat anpassen, obwohl sie finanziell zu den Reichen gehören und sich trotzdem nirgends zugehörig fühlen. Die Rede ist von 5 Frauen, die miteinander verwandt sind und deren Leben aus der jeweiligen Perspektive erzählt wird.

Seit 1979, mit dem Sturz des Schahs, sind die Töchter der hochgestellten iranischen Familie Valiat im amerikanischen Exil. Ihre Mutter, die noch immer Heimat, Tradition und Stolz verkörpert, blieb damals allein mit der Enkelin in Iran zurück. Als bei dem alljährlichen Familientreffen in Aspen die Dinge aus dem Ruder laufen und die exaltierte Shirin erst gegen Kaution wieder aus der Arrestzelle entlassen wird, verändert sich etwas in den Frauen, jede muss sich schmerzlichen Fragen stellen: Wie sie zu ihren persischen Wurzeln steht. Und wer sie in Zukunft sein will. „Die Revolution war jetzt 27 Jahre her, und wir lebten immer noch in einer Endlosschleife aus Wohin gehen wir, was tun wir?“
Kreuz und quer durch Raum und Zeit, in die Jahre 1941 bis 2006, nach Teheran, Los Angeles, New York und Aspen, entführt der Familienroman, man begleitet die Perserinnen ins Waxingstudios, in Vorstadtvillen, auf Underground-Techno-Partys und in das noble Skigebiet Aspen und in der alten Heimat Teheran, als die Welt noch in Ordnung war und zumindest die Oberschicht ein sehr westliches Leben führen durfte.

Die gebürtige Iranerin Sanam Mahloudji wuchs in Los Angeles auf und kennt zumindest aus den Erzählungen der Eltern beide Welten, aufgrund des großen Zeitrahmens wird einem auch deutlich, welche Veränderungen und Rückschritte heutzutage vorhanden sind. Was für eine Vergeudung einer uralten Kultur, die immer mehr im Verschwinden begriffen ist. Dieses Buch setzt ein kleines Gegenzeichen.
Sanam Mahloudji: Die Perserinnen (Piper) 24,-