„Es muss dir nicht peinlich sein“

Fußball, Musik und Politik dürfen in keinem Nick Hornby-Buch fehlen, welche Menschen er sich drumherum ausdenkt, ist jedes Mal eine Überraschung. Diesmal lässt er uns an der Beziehung zwischen einer geschiedenen 42-jährigen Mutter und einem schwarzen 22-jährigen Möchtegern-Musiker teilhaben.
Sie lebt von ihrem Mann getrennt, ist Englischlehrerin („Ihrer Erfahrung waren das die zwei Geschlechter:  Jungen und Leserinnen“) und wählt linksliberal. Joseph ist 22, Aushilfsmetzger, Fußballtrainer und an Politik nicht interessiert. Ausgerechnet diese beiden ungleichen Menschen verlieben sich. „Der Mensch, mit dem du zusammen bist, ist genau wie du: ähnlicher Background, ähnliches Alter, ähnliche Hobbys und ähnliche Einstellungen. Doch dann geht die Beziehung in die Brüche, und wenn du am wenigsten damit rechnest, verliebst du dich in jemanden, der das genaue Gegenteil verkörpert. Und trotzdem hängt der Himmel voller Geigen…“.
Ohne zu viel über die Geschichte zu verraten, die von vielen Auf und Abs und Zweifel geprägt ist, muss man Hornby vor allem auch im Porträt des jungen Mannes Hochachtung zollen. Er trifft auf den Punkt genau Stimmung, Sprache, Gefühle und Meinungen („Bei dem Wort Boogie lief es ihm kalt über den Rücken“)  und umschifft alle Klippen, die einem bei einer so ungewöhnlichen, delikaten Beziehung entgegen kommen. Wieder mal ein erstklassiger Bestseller!
Nick Hornby: Just like you (Kiepenheuer & Witsch) € 22,-