Hollywood-Star Christoph Waltz im Portrait

Als Bösewicht in “Spectre”: Christoph Waltz (Foto: MGM)

„Bei mir gibt es nichts zu porträtieren!“ sagte Christoph Waltz, als ihn Regisseur Kurt Mayer um die Zusage für ein dokumentarisches Porträt bat. Wie sehr Waltz damit im Irrtum war, beweist die vom Fernsehfonds Austria  geförderte Koproduktion von arte, ORF III und der Kurt Mayer Film auf über 50 Minuten Länge.
Sarkastisch, ironisch, zynisch und immer undurchschaubar: die Film-Charaktere, für die Christoph Waltz bereits mit zwei Oscars ausgezeichnet wurde, zeigen die komplette Klaviatur des Boshaften, mal als Verbrecher, mal als Rächer, immer vollkommen überzeugend. Bereits zum zweiten Mal zeigt er der Welt als Bond-Bösewicht Ernst Stavro Blofeld in „Keine Zeit zu sterben“, dass er die Niedertracht perfekt beherrscht. Doch wer ist der Mensch hinter den Schurken, auf die er nun scheinbar festgelegt ist? Wer ist der Künstler, der vor 25 Jahren in einer filmischen Biografie ebenso gut und überzeugend den innerlich zerrissenen Schlagerstar Roy Black verkörperte? Was befähigt Christoph Waltz dazu, als Regisseur drei Opern zu inszenieren, zuletzt 2020 den „Fidelio“ am Theater an der Wien!?
Die Dokumentation „Christoph Waltz – der Charme des Bösen“ zeigt den scheuen Star am 3. Oktober um 21.55 Uhr bei arte (und 8.10., 20.15 Uhr, ORF III) so nah wie nie.